Aktuell:

Informationen zur Arbeit unserer Konfliktlotsen


Gewaltprävention

Die Prävention von Gewalt ist auch an unserer Schule ein wichtiges Anliegen. Zu den äußeren Bedingungen, die zur Reduzierung von Gewalt beitragen, gehören u.a.

- das weitläufige Gelände der Schule, das den Kindern in den Pausen und am Nachmittag vielfache Betätigungsmöglichkeiten bietet,

- die Spiel- und Sportmöglichkeiten, die den Kindern auf den Außenflächen ausreichende Bewegungsmöglichkeiten erlauben.

Trotz dieser guten Voraussetzungen ist auch unser Schulalltag mit seinen über 400 Kindern nicht konflikt- und gewaltfrei. Auch außerhalb der Schule begegnet unseren Schülerinnen und Schülern Gewalt in verschiedenen Formen. Daher halten wir es für notwendig und hilfreich, den Kindern eine Bandbreite an Handlungs- und Verhaltensmöglichkeiten aufzuzeigen und zu vermitteln, mit Hilfe derer sie sensibel für die Vermeidung von Konflikten werden und sie sich gegenseitig bei deren Bewältigung helfen können.

Im Schuljahr 2002/2003 wurden mit großer Zustimmung durch das Kollegium erstmals Konfliktlotsen an unserer Schule ausgebildet. In diesem Schuljahr 2012/13 sind bereits 30 Schüler aus den 5. und 6. Klassen als Konfliktlotsen tätig.

Die Aufgabe der Konfliktlotsen ist es, mit Kindern, die in Konflikte und Streitereien verwickelt sind, Wege aus der Gewaltsituation zu finden und neue Verhaltensweisen anzubahnen. Die Gespräche finden in einem besonderen Raum zu abgesprochenen oder auch spontanen Terminen statt.

Erfahrungen vieler Schulen mit dem Konfliktlotsenmodell zeigen: Kein Kind ist gerne in gewaltsame Auseinandersetzungen verwickelt und die Bereitschaft, sich von unparteiischen Mitschülerinnen und Mitschülern unterstützen zu lassen, ist groß. Deshalb ist die Teilnahme an Konfliktgesprächen freiwillig und sie führt nicht zu Strafen oder Schuldzuschreibungen. Stattdessen geht es um Klärungen und um Vereinbarungen, die beide Seiten im gegenseitigen Einverständnis treffen.

Mit der Konfliktlotsenarbeit kann die Entwicklung von Einfühlungsvermögen, die Akzeptanz von Verschiedenheit und die Ausbildung sozialer Kompetenz sowohl für die ausgebildeten Kinder, als auch für die im Streit agierenden Kinder unterstützt und gefördert werden.

Weiterhin planen wir zukünftig eine stärkere Zusammenarbeit mit der Polizei, um in den Klassen 5 und 6 ein Trainingsprogramm durchzuführen. Dieses soll Verhaltensweisen einüben, die in Situationen mit Gewaltausübung hilfreich sind.

Schließlich tragen vielfältige Aktivitäten sowohl in Unterricht und Erziehung als auch die enge Zusammenarbeit mit den Eltern dazu bei, dass Gewaltprävention einen wesentlichen Konzeptteil des Schulprogramms und damit auch des Schullebens darstellt.

September 2012


 

Ein alltäglicher Fall aus dem Schulalltag: Max, Molli und Biene

Eigentlich wollte Max ja nur mitspielen und eigentlich kann er die beiden Mädchen ja auch gut leiden.? Und eigentlich haben die beiden Mädchen ja auch gar nichts gegen Max und eigentlich würden sie ja auch mal mit ihm spielen, aber heute wollten sie mal alleine etwas spielen und das haben sie ihm auch gesagt. Aber er hat ja nicht locker gelassen, denn er hatte ja niemand anderen zum Spielen. Und dann mussten sie sich gegen ihn wehren und er wurde dann böse und dann wurden sie auch böse und irgendwie haben sie sich dann auf einmal gekloppt..............
Und wenn sie Pech haben, wissen sie zum Schluss gar nicht mehr so genau, was eigentlich passiert ist, haben vielleicht eine Verletzung, kriegen vielleicht eine Strafe, können sich nicht mehr leiden und haben in Zukunft immer wieder Stress miteinander.

Aller Anfang ist natürlich schwer und Neuerungen müssen sich erst mal etablieren, aber es sind inzwischen auch schon einige Mediationen erfolgreich durchgeführt worden. Und wir hoffen, dass sich diese Art der Streitkultur an unserer Schule immer mehr durchsetzt. Denn: Nicht der Konflikt ist das Problem, sondern die Art und Weise, wie man damit umgeht!

 
Dagmar Kniebel-Blanck

   
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